Samstag, 30. Mai 2009

Good Bye Deutsche Schule Pretoria!

Alles hat mal ein Ende, so auch meine Zeit an der Deutschen Schule Pretoria. Gestern hatte ich meinen letzten Tag als Praktikantin. Ich habe unglaublich viel gelernt und nette Leute kennengelernt. Gestern hat mich mein Mentor zum Abschluss zu seiner Familie zum Essen eingeladen. Selbstgemachte Spätzle mit Linsen und Speck! Sind eben Schwaben… ;-) Es war toll in einem schönen, gemütlichen Haus im warmen Wohnzimmer, mit einem Glas gutem Wein vor dem Kamin zu sitzen. Das lernt man echt schätzen, wenn man sonst immer in Decken gehüllt mit Wärmflasche auf dem alten durchgessenen Sofa sitzt. Aber dieses durchgesessene Sofa werde ich ganz sicher vermissen und die Menschen, die normalerweise neben mir Sitzen, erst recht.
Ich freu mich total auf meine Reise, aber irgendwie ist es auch komisch meine Homebase in Pretoria aufzugeben. Wie damals in Australien werde ich acht Wochen aus dem Rucksack leben. Heute Abend fahre ich nach Johannesburg, dann, morgen früh, fliege ich nach Durban um mich mit einem Freund aus Cape Town zu treffen. Von dort aus geht es mit dem Auto nach Lesotho. Vielleicht ein wenig Ponytrekking, danach nach Cape Town und dann starte ich am 17. Juni eine Tour durch Namibia und Botswana, die bis zu den Vikoria Falls geht. Wenn dann noch Geld über ist, werde ich am Schluss ein wenig Strandurlaub in Mosambique machen. Das ist die vorläufige, grobe Planung, aber es kommt wahrscheinlich eh anders… Ich werde es euch sicher wissen lassen.

Freitag, 22. Mai 2009

Es ist nicht überall in Afrika immer warm!

In der letzten Zeit werde ich immer wieder von den eiben Daheimgebliebenen gefragt: „Und, hast du dich schon an die Hitze gewöhnt?“ Da sage ich nur: „Welche Hitze?“ Zur kurzen Information für die Nicht-Geographen. Südafrika liegt so zwischen 25° und 36° südlicher Breite. Das heißt, in Europa wird es gerade Sommer und in Südafrika wird es Winter. Ja! Hier gibt es Jahreszeiten, wenn auch nicht ganz so stark ausgeprägt wie in Deutschland. Das Landesinnere liegt ist ein riesiges Hochplateau. Pretoria liegt auf1.370 Meter über NN, außerdem ist das Klima typischen kontinental geprägt. Das heißt, im Winter gibt es keinen Regen, Sonnenschein ist an den meisten Tagen garantiert und es ist in der Sonne schön warm. Sobald aber die Sonne untergeht (zurzeit 17:30) wird es sehr kalt, im Juli können die Temperaturen sogar auf 0°C sinken. Die Häuser hier sind nicht besonders gut insoliert und das Wort Zentralheizung haben die meisten Südafrikaner noch nie gehört. Also sitze ich abends mit Wollsocken und Wärmflasche auf dem Sofa. So, jetzt weißt ihr bescheid. Denkt an mich wenn ihr abends um acht Uhr auf dem Balkon oder auf der Neckarwiese sitzt. Ich sitze dann in Afrika, im Dunkeln mit Wärmflasche. Ich fahre jetzt in die nächste Mall und kaufe mir noch einen Pulli. Ich denke auch an Handschuhe und Mütze…

Donnerstag, 21. Mai 2009

Das schöne an Südafrika: Am Kinotag bekommt man Film+Cola+Popcorn für nur 35 Rand (ca 3,10Euro) und eine köstliche, große Ananas kostet 0,15 Euro.
Ich komme nie wieder zu spät zum Bus oder zum Zug, weil es sowieso keinen Fahrplan gibt.

Mittwoch, 20. Mai 2009

Immerwieder höre ich den Kommentar: "Du hast es gut! Du bist in Südafrika und hast ein aufregendes Leben." Irrtum!!! Ich wollte ja eigentlich mein Praxissemester im Ausland machen, damit ich mal aus dem kleinen, spießigen Heidelberg herauskomme. Da bin ich in Pretoria gelandet.... Zwar hat die Hauptstadt von Südafrika über eine Millionen Einwohner, doch ist es hier unglaublich konservativ und engstirnig und es gibt nicht unbedingt viel zu tun. Vor allem ohne Auto! Die Sonne geht zur Zeit schon um halb sechs unter und in der Dunkelheit wird es nicht empfohlen mit Minibustaxen zu fahren oder zu Fuß durch die Gegend zu laufen. Deshalb versuche ich am Wochenende rauszukommen und unter der Woche nach der Schule unterhalten mich die Girlmore Girls oder meine Mitbewohner.
Gleich gehe ich mit ner Freundin (mit Auto) ins Kino. Highlight!

Panik in der Frauen WG


Drei Mädels wollten sich nur einen gemütlichen Abend in Gammelklamotten, auf dem durchgesessenen Sofa mit ein paar Folgen Girlmore Girls machen. Und dann…. Schreck!!! Läuft eine riesige Ratte (vielleicht war es auch ne sehr große Maus) durch das Wohnzimmer!!! Ahhhh! Reaktion: Siehe Foto. Schlagartig, haben wir unseren mutigen Mitbewohner noch mehr vermisst, als wir es eh schon tun. Wo sind die Männer wenn man sie braucht? Die laufen mit Taschenlampe über das Schulgelände…. Die Sicherheitsleute! Die Rettung! Mit rufen und winken (wir konnten ja nicht unsere Position auf Stuhl und Sessel verlassen) Haben wir einen der Männer auf uns aufmerksam gemacht. Lächeln machte sich der Sicherheitsmann also auf Rattenjagt. So konnten wir doch noch mit Girlmore Girls den Rest des Abends genießen.

Samstag, 16. Mai 2009

J-Bay to Durban

Hallo zusammen, erst einmal muss ich mich entschuldigen, dass ihr in den letzten Wochen so wenig von mir gehört habt. Ich bin schreibfaul, eine andere Entschuldigung gibt es nicht. Manchmal weiß ich auch nicht so genau was aus meinem Leben hier spannend genug ist, dass es euch interessiert, aber nicht zu privat zum veröffentlichen.

Kleines Abdate seit dem letzten Eintrag bis Ostern. Schaut euch dazu die Fotos noch mal an, da werdet ihr viel wieder finden, über was ich schreibe. Wildcoast: Afrika, wie man es sich als Europäer vorstellt. Hügellandschaft und Xhosa Huts (siehe kleine runde Hütten auf Fotos) so weit man schauen kann. Die Xhosa sind ein südafrikanische Stamm, der an der Wildcoast (ehemalig: Transkei). Überall sieht man Frauen laufen über die Hügel laufen, die auf ihren Köpfen kilometerweit Feuerholz oder Wasser tragen und dazu noch ein Kleinkind an ihren Rücken gebunden haben. Man findet einsame Strände (wenn man die Kühe mal vernachlässigt), Schotterstraßen, auf den man Slalom um Menschen, Pferde, Kühe, Ziegen und unzählige Schlaglöcher (Resultat: 3 platte Reifen) fahren muss. Ab und zu kommt man in kleine Städte in denen es seriously crazy zugeht. Überall sind Menschen, die Städte wirken total überfüllt. An jeder Ecke wird an einer selbst zusammengebauten Ladentheke was verkauft, Müll so weit man schauen kann und vor jedem Geschäft ist ne lange Menschenschlange. Besonders freitags vor den Banken, denn dann ist payday und die meisten Leute werde Cash bezahlt und bringen das Geld zur Bank oder diejenigen, die ihren Lohn direkt aufs Konto bekommen wollen Geld abholen. Ungefähr eine Stunde von Umtata (Nelson Mandela Geburtsstadt) liegt am Ende der „Straße“ (eher Schlaglöcher mit ein wenig Straße), der Ort Coffee Bay direkt am Meer. Coffee Bay ist einer der größeren Orte an der Wild Coast. Und doch besteht er nur aus zwei Hostel, einem Hotel, einen Campingplatz, einen Supermarkt (mit nur einem kleinen Regal mit den kurzfristigen Bedarf) und einer Pizzeria. Hier vergisst man die Zeit. Auch wenn man nur drei Tage bleiben wollte, bleibt man doch ne Woche. Das Backpacker Hostel Coffee Shack (SA für Hütte) ist so was wie ein Club Hotel, nur dass die Luxuszimmer fehlen ;-) Dafür teilte ich mir eine traditionelle Xhosahütte mit Strohdach und Meerblick mit sechs anderen Backpackern. Man kann im Hostel lecker zu abend essen (träume immernoch von frischen Xhosa Brot), bekommt jeden Tag Progamm (Surfen, Wandern, Trommelunterricht, Klippenspringen, traditionelles Abendessen mit Tanz in the village) geboten wenn man mag und feiert abends in der Hausbar. Erst ganz am Ende bekommt man dann die Rechnung von allen Aktivitäten, Essen und Trinken. Da kommt es schon mal zu teuren Überraschungen. Aber man ist ja im Urlaub…. Falls jemand mal nach Südafrika kommen will, mein Tipp: Coffee Bay is the place to be!

Doch irgendwann musste ich mich doch verabschieden und bin weiter in Richtung Norden gefahren. Mdumbi ist ein super Surfspot. Der Ort besteht aus einem coolen Backpacker Hostel, einem kleinen Restaurant und rundherum ein paar Xhosa huts. Das war es auch schon. Das nächste Highlight war das grossartige Hostel Mantis & the Moon in Umzumbe 100 km von Durban. Hier wird das Klima langsam tropisch und das Hostel wurde quasi im Jungle zwischen Bananatrees gebaut. Hier kann man im Baumhaus, im Tipi, in romantischen Holzhütten oder im Dorm schlafen. Es gibt einen kalten Pool und einen warmen Whirlpool (sehr gut für einen entspannten Abend mit einen Gläschen Wein). In der Bar ist die ganze Nacht Party angesagt.

Osterssonntag bin ich dann in Durban (SA:Durbs) angekommen. Weil es so unglaublich heiss war, dachte ich mir, ich gehe ich mal ne Runde zum Stand. Schock! So viele Menschen am Strand hatte ich in Afrika noch nicht gesehen. Es erinnerte mich an Italien, wo man erst mal nach ein Stückchen freie Fläche fürs Handtuch suchen muss... Ich war nicht besonders traurig, dass ich am nächsten Tag die 600km zurück nach Pretoria fahren musste...

So, das war in „Kurzfassung“ der Rest von meinen Osterferien. Was so während der Schulzeit in Pretoria passiert, berichte ich das nächste Mal :-)