Dienstag, 7. Juli 2009

Swakop to Victoria Falls

20 Tage Overlandertour ist zu Ende! Ich bin in Victoria Falls angekommen. Hinter mir liegen über 5550km afrikanische Straße, mit Schlaglöchern so groß wie ein Auto, 18 Nächte im Zelt, Abende am Lagerfeuer und viele unglaublich schöne Erlebnisse.
Von Swakopmund in Namibia sind wir in den Etosha Nationalpark gefahren, welcher ganz im Norden von Namibia liegt. Auf den Gamedrives (Safari) konnte ich Elefanten, Nashörner, Giraffen, jede Menge Zebras und Böcke und sogar Löwen beobachten. Ich habe zwar all diese Tiere schon mal im Zoo gesehen, aber sie in freier Wildbahn zu beobachten ist noch mal etwas ganz anderes und unglaublich aufregend und faszinierend.
In Spitzkoppe habe ich in einer Höhle neben dem Lagerfeuer geschlafen (total romantisch) und wir haben ein Himba Dorf besucht in dem die Menschen noch traditionell leben. Wusstet ihr, dass Himba Frauen sich nicht mit Wasser waschen dürfen, sondern sich jeden Morgen zwei Stunden lang mit Kräuterrauch räuchern um so durch Schwitzen sauber zu werden. Außerdem werden im Alter von 14 Jahren vier untere Schneidezähne aus Schönheitsgründen entfernt. Ich muss wirklich nicht jede Tradition verstehen….
Faszinierend waren auch die 300 bis 500 Jahre alten Felsmalereien der Bushmen, die ersten Einwohner des südlichen Afrikas. Es gibt nur noch sehr wenig Bushmen, weil sie erstens so gut wie ausgerottet wurden und zweitens sich gerne mit den schwarzen Afrikanern mischen. Bushmen sind sehr klein, hager, die Hautfarbe ist eher dunkel braun und nicht tief schwarz und die Frauen haben einen sehr großen runden Hintern  Von Namibia ging es nach Botswana, wo wir die erste Nacht in der Kalahari Wüste verbracht und ein paar echte Bushmen getroffen haben, die uns viel von ihrem traditionellen Leben gezeigt haben. Sie können tagelang ohne Essen und Trinken auskommen, leben nur von der Jagdt und kennen jede Pflanze und ihre Wirkung. Zum Beispiel gibt es eine Antibaby Pflanze und eine die so viel Wasser speichern kann, dass ein Mensch genug Wasser zum Überleben hat, wenn er sie ausdrückt. Heute leben die Bushmen zwar noch in Hütten mit ihrer Familie, aber sie tragen westliche Kleidung, trinken (leider) sehr viel Alkohol und haben natürlich Handys.
Drei Tagen haben wir mitten im Okavango Delta (größtes Inland Wassersystem der Welt) Nationalpark verbracht. Drei Stunden hat die Fahrt übers Wasser mit traditionellen Mokoro Booten gedauert. Wir haben unsere Zelte im Busch zwischen Elefantenscheisse und Dornenbüschen aufgeschlagen. Morgens und abends haben uns die Einheimischen zum Bush walk in die Wildnis geführt. Es ist der einzige Ort in Afrika, wo man zu Fuß und ohne Waffen im Park laufen kann, und es ist der einzige Park in dem Menschen traditional leben dürfen; sie sind mit den wilden Tieren aufgewachsen und kennen die so gut wie sonst niemand. Gesehen haben wir Elefanten, Giraffen, Fischadler, Geier und noch ein paar andere schöne Vögel. Es ist noch mal viel aufregender, wenn zwischen dir und dem Elefanten kein Zaun oder Auto liegt. Natürlich ist der Sicherabstand auch größer. Am frühen Morgen auf dem Walk haben wir etwas durchs Gras laufen sehen (50m von mir), wir konnten nicht sehen was es war, aber unsere einheimischen Führer meinten, dass es eine Katze sein könnte. Als wir zu dem Busch gingen woher das Rascheln kam, haben wir eine ganz frische Leopardenspur gefunden. Mensch, mein Herz klopfte…. Unser Namibischer Reiseführer (Jörn) und ich haben gefährlich nah eine große Schlange neben uns entdeckt. Jörn ist beim ersten Anblick vor Schreck erst mal fast auf mich gesprungen, hat dann aber beschlossen die Schlange mit bloßen Händen und einen kleinen Stock einzufangen, damit sie alle sehen können. Ganz schön mutig, vor allem, weil er nicht genau wusste was es für eine Schlange war. Aber es war wohl nicht die erste die er gefangen hatte, denn er wusste genau wie er sich verhalten musste. Nach drei Tagen im Busch waren wir aber dann doch alle froh, eine lange heiße Dusche und wieder eine Wassertoilette zu haben.
Im Chobe Nationalpark haben wir eine wunderschöne Bootstour gemacht und ich konnte Elefanten beim Spielen im Wasser bei Sonnenuntergang beobachten und habe Flusspferde und Krokodile gesehen.
Die Victoria Falls waren ein toller Abschluss. 1,6 km Wasserfälle!!! Mit Worten nicht zu beschreiben!
Freut euch auf viele schöne Fotos!!!!
Jetzt ist die aufregende Zeit vorbei, aber ich freue mich schon auf Mozambique mit meiner Mitbewohnerin aus Pretoria. Zwei Wochen einfach am Strand entspannen.

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